Interviews

Veröffentlicht am 30.11.2015 von nemesis

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Interview Bruce Dickinson

Bruce Dickinson über die ersten Schritte zur damaligen Re-Union

…die Re-Union von Iron Maiden ist wichtig für die Metal-Szene!

Tja, und diese Re-Union sollte auch für Furore sorgen und mit ihrem kürzlich veröffentlichten Album, Book Of Souls, habe Iron Maiden wieder einmal ein neues Statement erster Güte geschaffen. Doch was sagte Bruce Dickinson zu den Anfängen des Neu-Beginns. Anlässlich des Releases seiner Live-CD fielen schon die einen oder anderen Worte des Sängers diesbezüglich.

Zeit für einen Blick zurück – auf einen Talk mit Bruce Dickinson zu der einzigen Live-Platte seiner Solo-Karriere.

Der Anfang vom Ende

Und: Maiden hin oder her – auch solo hatte der Ex-und-jetzt-wieder-Sänger der ironischen Mädles einiges zu bieten. Nun, vorerst eher zu bieten gehabt, denn mit der Live-Scheibe Scream For Me, Brazil hat sich das Kapitel Solo erstmal gefressen. Nun sind Iron Maiden wieder am Zug – oder besser: In Antwerpen, von wo aus Bruce alle möglichen und unmöglichen Fragen beantwortet. Aber was hat denn Antwerpen, was die heimatliche Umgebung nicht zu bieten hat?

Der Start zur ersten Platte der neuen Ära

„Och, wir schreiben hier die neuen Songs für die kommende Maiden-Scheibe.“ Jaaaaaaa??!! Und?? Weiter Informationen hierzu fallen seitens des Sängers eher spärlich aus. Also, eigentlich superspärlich: „Wir haben bereits einen Großteil des Materials fertig und werden uns in der nächsten Zeit an die Aufnahmen machen.“ Das´ja schön. Wie soll das neue Baby denn heißen? „Das verraten wir erst, wenn es an der Zeit dazu ist, hehe.“ Nun, die meisten werden wissen, dass sich das Album Brave New World taufen ließ.

Anscheinend war es aber der richtige Zeitpunkt für eine Live-Platte, die über einen Großteil der Solo-Karriere von Bruce Aufschluss gibt. „Ich war der Meinung, nachdem ich meine Solo-Karriere erst einmal einige Zeit auf Eis legen werde, wäre eine Live-Veröffentlichung eine ganz gute Sache. Durch die Tour in Brasilien hat es sich auch sehr gut angeboten, etwas derartiges mal zu machen, da das Publikum dort einfach gigantisch ist. Die Atmosphäre kommt meinen Empfinde nach auch entsprechend rüber.“

Nun sollten allerdings einige Dickinson-Fans auf die Idee kommen, dass dieses Live-Album doch ein noch nicht offizieller Schlussstrich unter der Solo-Laufbahn des Fronters sein sollte, auch wenn Infos zu den weiteren Ohne-Rest-von-Maiden-Aktivitäten ein wenig die Runde machen. Es sollte ja noch die Doppel-Best-of-CD das Licht der Welt erblicken.

Iron Maiden an erster Stelle

„Das ist definitiv nicht der Fall. Scream For Me Brazil ist nicht etwa eine Art Abschiedsgeschenk oder so. Es gibt wirklich konkrete Pläne, wie es bei mir weitergeht. Sicher kommen nun erst einmal Maiden. Wir werden nach Veröffentlichung der neuen Platte ausgiebig touren. In dieser Zeit liegt meine Dickinson-Sache im Stehsatz. Es ist aber fest geplant, dass ich während der Pause von Iron Maiden, was etwa Anfang 2001 der Fall sein wird, wieder verstärkt an meiner Solo-Karriere basteln werde.“
Dies war auch mit den folgenden Platten der Fall:

2001: The Best of Bruce Dickinson (bereits oben erwähnt)
2005: Tyranny of Souls
2006: Anthology (3 DVDs)

“Die Fans brauchen nicht zu glauben, dass ich diese Sache aufgebe. Es wird noch ein Album von mir erscheinen, das den Titel Catacombs tragen soll (das war wohl nix). Darauf wird es einige neue und unbekannte Versionen bereits veröffentlichter Titel geben, wie etwa die Originalversion von „Tears Of The Dragon“ – mit Orchester und allem möglichen Pipapo. Ebenso werden auch einige bisher noch nicht veröffentlichte Stücke auf dieser CD zu finden sein und B-Seiten-Songs.“

Reines Dickinson-Programm

Mancher vermisst vielleicht bei Scream For Me Brazil den einen oder anderen Iron Maiden-Song, da diese ja schließlich auch ihren festen Platz in Dickinson´s Setlist hatten. Die Erklärung, wieso keiner dieser Song auf der Scheibe vertreten ist, leuchtet aber durchaus ein, denn der Sänger wollte deutlich machen, dass es doch zwei verschiedene Paar Stiefel sind.
„Ich kann mir auch nicht vorstellen, Songs aus meiner Solo-Zeit live mit Maiden zu spielen. Das wird hundertprozentig nicht geschehen.“

„Sicher habe ich einige Iron Maiden-Nummern auf den Konzerten gebracht, doch mit der Live-Platte wollte ich mein Material zeigen.

Und nachdem ich nun wieder, genauso wie Adrian Smith, wieder bei Maiden dabei bin, halte ich es für sehr wichtig, nicht alles in einen Topf zu werfen“, erklärt Bruce. „Es wäre nicht gut, ein Live-Programm mit Iron Maiden zu bestreiten und dem Publikum mein Material um die Ohren zu hauen. In diesem Punkt sind wir uns alle einig.“

Lehrreiche Solo-Zeit

Sicher ist sich Bruce Dickinson auch über die persönliche Bedeutung seiner Einzelpfadsaktivitäten…
„Die letzten Jahre waren enorm wichtig für mich und haben mich auch in meiner Entwicklung sehr unterstützt“, bekräftigt er. „Meine Solo-Laufbahn hat mich um einiges weiter gebracht, auch wenn man im Nachhinein immer Sachen findet, die man hätte besser machen können. Auch bei mir gibt es Dinge, die ich gerne noch mal in Angriff nehmen würde und verbessern möchte.

„Ob das nun produktionstechnisch ist oder auch im Songwriting. Ich bin mir sicher: Hätte ich diese Zeit nicht gehabt und dadurch gelernt, wäre ich heute nicht wieder bei Maiden.“

Stellt sich eigentlich eher die Frage: Hätte Bruce eine Solo-Karriere angestrebt, wenn er anno 1800-und-lang-her nicht von Maiden weg wäre? Aber lassen wir das, zumal es wohl interessanter ist, was uns die alten neuen Iron Maiden in Zukunft bieten werden.
„Ich habe auch mitbekommen, dass es in der letzten Zeit mehrere Bands neu versucht haben, sich wieder zusammengetan haben und einen neuen Anfang machen wollten. Gelungen ist dies bestimmt nicht jeder Formation. Iron Maiden haben den Leuten aber definitiv etwas zu bieten, Im Großen und Ganzen wird die Metal-Szene als gesamtes auch von uns profitieren“, gibt sich der Sänger selbstbewusst.

Back to the roots

Vielleicht werden in Zukunft ja so manche Kids dann angesichts der wiederauferstandenen Jungfrauen endlich mal verstehen, woher „ihr“ True Metal (Sch…begriff) denn eigentlich kommt.

„Ehrlich gesagt, finde ich es toll, dass uns so viele junge Bands als ihre Vorbilder betrachten. Klar macht sich dieser Einfluss auf den Sound dieser Combos bemerkbar, doch ich finde es nicht schlimm, wenn jemand versucht, zu klingen wie Iron Maiden. Ich betrachte das als Kompliment. Ebenso, wenn ich als Einfluss für einige Sänger gelte.“ Ja, das ist schön und gut. Nur: Was ist besser: 300 Bruce Dickinsons oder einer davon und 299 eigenständige Sänger?
„Ich habe es an mir selbst gesehen, dass man durch seine Einflüsse und auch durch imitieren genauso seine eigene musikalische Persönlichkeit finden kann. Nachspielen und Covern hilft einem ja auch dabei, seine musikalischen Fertigkeiten auszubauen und besser zu werden. Genauso sehe ich das mit der Singerei. Sicher muss eigenes Feeling dabei sein. Das ist unumgänglich. Aber dennoch können einen Einflüsse den Weg weisen. Bei mir hat das ja auch geklappt. Denke ich.“

Verschmitzt sei´, umwerfend witzig sei´, Leut´verarschen tu´…..

photocredit: By Franganghi (digital photocamera) [Public domain], via Wikimedia Commons

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