Interviews

Veröffentlicht am 03.02.2016 von nemesis

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Interview Manilla Road

Manilla Road – ein Portrait zum Comeback

Werbespot statt Heavy Metal

Nicht alle Bands gehen als unantastbare Denkmäler in die Metal-Annalen ein, doch gerade die eher unscheinbaren Kapitel dieses Geschichtsbuches entpuppen sich als die interessantesten und reizvollsten. Da Geschichte ja bekanntlich ein fortschreitender Prozess ist, können auch nach jahrelanger Funkstille weitere Absätze angefügt werden – so wie bei den amerikanischen Epic Metallern Manilla Road.

Doch nicht vergessen

Von den Reaktionen auf den Manilla Road Gig beim vorangegangen Bang Your Head Festival nach jahrelanger Pause war Mark „The Shark“ Sheldon nach wie vor ziemlich überwältigt, mit einem so regen Interesse an seiner Band hatet er gar nicht gerechnet. „Wenn mich jemand ein Jahr vorher gefragt hätte, was ich denn über den Status von Manilla Road in Europa denke, dann hätte ich geantwortet, dass man uns dort wahrscheinlich total vergessen hat.

Ich hatte etwa fünf Jahre musikalisch fast gar nichts mehr gemacht, nachdem es den Anschein hatte, dass unsere Popularität gesunken war, zudem haben zwei langjährige Bandmitglieder mit der Musik ganz aufgehört. An diesem Punkt dachte ich, dass ich meine Zeit hatte und es jetzt einfach damit vorbei sei. Dann habe ich einige Interviews gegeben, in denen ich erwähnte, dass unsere Alben vertragsfrei wären und plötzlich erhielt ich immer mehr e-mails und Anrufe von Leuten, die unsere alten Platten neu auflegen wollten. Und von da ab hat sich alles wie bei einem Schneeball entwickelt, der einen Berg herunterrollt: die Lawine wurde größer und größer. Ich bin schon etwas überrascht, was da gerade alles passiert, aber auch unheimlich glücklich darüber.“

Neu-Auflagen der Scheiben

Nachdem der Backkatalog von Manilla Road bislang nur auf Vinyl erhältlich war, hatte Mark eine gute Botschaft für alle Jäger und Sammler auf Lager. „Unsere alten Platten erscheinen bei einer ganzen Reihe unterschiedlicher Labels, darunter auch ein 1981 aufgenommenes Album mit dem Titel The Dream of Eschaton, das bislang nicht offiziell veröffentlicht worden war. Iron Glory hat uns darüber hinaus ein gutes Angebot für unser neues Material unterbreitet, so das wir bei ihnen unterschrieben haben. Die Aufnahmen zu unserem Comeback waren bereits abgeschlossen, und ich arbeitete in meinem Studio am Mix.

Alle Songs mit einer Ausnahme gehören zu einem Konzept, das eigentlich als zweiter Teil von The Deluge bezeichnet werden kann.“ Mark hielt dabei am bereits bekannten Markennamen fest, was zunächst nicht so selbstverständlich war. „Das Album sollte definitiv unter dem Namen Manilla Road erscheinen, obwohl ich es zuerst unter dem Namen Shark herausbringen wollte. Zu Beginn der Arbeiten hoffte ich, dass Randy (Foxe – Drums – der Verf. Und mittlerweile leider nicht mehr unter den Band-Members – an seiner Stelle spielt nun Andreas Neuderth) wieder in die Band einsteigen und wir zusammen an neuem Material arbeiten würden, was dem Namen Manilla Road mehr gerecht worden wäre.

Das hatte aber leider Gottes nicht funktioniert, zumal der Name Manilla Road auch nicht das ausdrückt, was wir eigentlich sind; er ist einer der Namen, der aus den 70er Jahren stammt und nicht unbedingt Heavy oder Epic Metal symbolisiert. Viele meiner Freunde, die die neuen Sachen gehört hatten, meinten, dass das Material wie Manilla Road klingt, warum dem Kind also einen anderen Namen geben?“

Eine Hommage an Edgar Allan Poe…

Einige Songs des g über das amerikanische Label Sentinel Steel wieder veröffentlichten Mystification Albums waren textlich an Edgar Allan Poe angelehnt. „Edgar Allan Poe habe ich schon seit meinen frühen Schultagen gelesen, er ist einer der besten Schreiber von Horrorgeschichten aller Zeiten, dem ich damals zu etwas mehr Beachtung verhelfen wollte. Die Texte auf Mystification waren eine Art Respektsbezeugung, um zu zeigen, dass er nicht in Vergessenheit geraten ist.“

An die Aufnahmen zu Mystification dachte Mark mit Grauen zurück, denn von einer reibungslosen Produktion kann nicht die Rede sein. „Wir sind nach Memphis gegangen und sollten dort eigentlich in einem Studio aufnehmen, in dem schon ZZ Top und andere bekannte Bands zuvor gearbeitet haben. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass ein ganz anderer Termin und noch dazu in einem ganz anderen Studio gebucht war, in dem das gesamte Equipment total veraltet war.

… und das Grauen im Studio auf dem Fuße

Das in die Produktion involvierte Team hat alles verhunzt und hatte keine Ahnung. Wenn wir abends das Studio verlassen haben, haben sie uns erzählt, dass sie weitermachten, und auch Stunden später waren sie tatsächlich immer noch am Arbeiten. Wir dachten, sie würden sich tatsächlich mit unseren Sachen beschäftigen, doch als wir eines Nachts auftauchten, mussten wir feststellen, dass sie irgendwelche Werbespots produzierten. Ich war total angepisst , denn schließlich hatten wir ein Heidengeld bezahlt, für das wir nicht die entsprechende Gegenleistung erhielten; sie haben beim Mix geschludert, und überhaupt wurde alles im Schnellverfahren erledigt.

Nachdem uns der Abgabetermin unserer Plattenfirma im Nacken saß, hatten wir keine andere Wahl als das Album so zu veröffentlichen, wie es war. Als wir dann mit dem Mastertape zu Hause ankamen, war anstatt des Openers „Up From The Crypt“ einer dieser Werbespots auf dem Tape. Ich bin zurück nach Memphis geflogen und sie haben den Song dann remixed, und zwar ohne auch nur einen einzigen Dollar dafür zu berechnen. Ich war bislang mit dem Mix des Albums überhaupt nicht zufrieden, bis Sentinel Steel die Sache in die Hand genommen haben und einen großartigen Job beim Re-mix und Re-masters des Albums abgeliefert haben.“

Discographie:

  • Invasion
  • Metal
  • Crystal Logic
  • Open The Gates
  • The Deluge
  • Mystification
  • Live Roadkill
  • Out Of The Abyss
  • Courts Of Chaos
  • Circus Maximus
  • Atlantis Rising
  • Spiral Castle
  • Mark of the Beast
  • Gates of Fire
  • Voyager
  • Playground of the Damned
  • Mysterium

Aktuelle Platte – The Blessed Curse

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