Interviews

Veröffentlicht am 10.11.2015 von nemesis

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Interview Nocturnal Rites

Auf Afterlife, dem Scheibchen der Schweden, konnten die Power Metaller Nocturnal Rites sicher stolz sein, deswegen allerdings gleich totale blödsinnige Antworten zu geben?! Das ist mein Job! Da beginnt ein Interview mal mit einer lockeren Unterhaltung über diverse vorhandene, nicht vorhandene und schlechte Clubs und man fragt Gitarrist Fredrik Mannberg im Zusammenhang mit Discos und Clubs nach der Situation in Schweden und was kriegt man als Antwort?

„In Schweden ist es saukalt.“ Danke fürs Gespräch. „In unserer Gegend ist nur ein Club. Voll der Scheiß. Wobei ich selbst Clubs als wichtige Promotion-Möglichkeit ansehe. Aber naja, Schweden eben.“

Rund um Tod und… naja, den Teufel nicht gleich

Nachdem dort anscheinend der Hund in mancher Hinsicht eh schon verreckt ist, kamen wir doch gleich zum Titel der Scheibe. „Irgendwie hatten wir da festgestellt, dass sich alle Songs um den Tod drehen. Nicht falsch verstehen, es geht hier nicht ausschließlich um negative Sichtweisen. Aber die Connection hatte uns auf den Albumtitel Afterlife gebracht. „Wake Up Dead“ ist dabei mein persönlicher Favorite. Ich finde, dieser Track fällt etwas aus dem Rahmen.“ Während andere Bands nach dem altbekannten Schema ein bis zwei Balladen, vier Midtempo-Songs und der Rest flotter vorgehen, scheren sich Nocturnal Rites um derartige Ausgeglichenheit bei ihren Scheiben einen Dreck.

„Wir wuseln einfach mal drauflos. Wir sehen zu, dass wir mit jedem Album einen Schritt weiterkommen, uns weiterentwickeln und auch für unsere Fans interessant bleiben. Wir machen uns echt nicht viele Gedanken, wie die Songs aussehen sollen. Unser Sänger Jonny Lindkvist hatte eine Menge Ideen angeschleppt, als er damals neu dazu stieß, woraus sich auch eine Art Kettenreaktion entwickelt hatte. Ich finde, man muss auf neue Mitglieder in der Band eingehen, da eben nun mal jeder seinen eigenen Stil hat.

Mitgefangen, mitgehangen

Man sollte sehen, wie man das alles am besten miteinander verbinden und integrieren kann. Ich halte nicht viel davon, wenn nur ein Band-Mitglied fürs Songwriting verantwortlich ist. Ich will meine Schnauze ja in dieser Hinsicht auch nicht halten. In unserem Fall präsentieren sechs Leute eine Band und da soll sich dann auch jeder einbringen. Alles andere wäre für mich nicht mehr als eine Art Projekt. Sicher gibt es eine Menge toller Songschreiber, die alleine viel besser arbeiten können. Aber für mich wäre das nichts.

Sicher ist es ein Faktum, dass in jeder Band immer Leute sind, die mehr machen als die anderen. Das ist normal. Es sollte aber nicht ausarten. Zumindest nicht bei uns. Manche können auch aus Ego-Gründen nicht im Team arbeiten.“ Um seine Ideen und damit auch ein gewisses Potential an Emotionen zu teilen und gemeinsam daran zu arbeiten, verlangt aber auch eine Portion Vertrauen. In erster Linie zu sich selbst, aber auch die Chemie innerhalb einer Band muss stimmen. „Vertrauen ist einer der Eckpfeiler in einer Band. Viel wichtiger finde ich allerdings, dass jeder in ´ner Combo Spaß an dem hat, was gemacht wird.

Manche stilisieren die Musikszene zu einer Wettkampf-Arena hoch. Musik ist kein Wettbewerb. Mir macht es nichts aus, wenn andere Bands mehr Erfolg haben als wir. Vor allem zieht Erfolg auch manchmal eine dumme Schleife nach sich: Hat man ihn erstmal geschnuppert, will man immer mehr.“

Qualität allein macht noch keinen Erfolg

Genau wie mit dem lieben Geld. Dennoch kommt es wohl auch immer auf die eigenen Werte an, inwieweit man sich von derartigen Dingen wie Erfolg täuschen und vereinnahmen lässt. „Als wir unsere erste Scheibe aufnehmen konnten, hatten wir das Gefühl auf Wolken zu schweben.
Natürlich hat sich dieses Gefühl mittlerweile gelegt. Auch ein Beispiel dafür, wie man sich an etwas gewöhnen kann und keinen Stillstand haben möchte. Ich kann ohne Wenn und Aber sagen, dass wir total stolz darauf sind, dass wir so weit gekommen sind. Erfolg kann man auch durch Qualität alleine nicht garantieren. Die Umstände sind auch mit einschneidend.“ Zum Thema Musiker und Wettkampf fügt Fredrik auch noch etwas an: „Diejenigen, die daraus halbe Meisterschaften machen, sind die Presse-Leute.

Sie vergleichen, sie bewerten und fällen Urteile. Als Fan kaufe ich mir wohl eher eine Platte oder höre mal rein, die in einem Mag neun von zehn Punkten erhält, als eine Scheibe, die gerade mal bei fünf Knöpfen rumkrebst. Gottseidank gibt es aber mehrere Mags, so dass nicht eine Stelle allein die Szene derart beeinflussen kann. Die Metalheads sollten zusammenhalten. That´s the language of metal!“

photocredit: https://www.facebook.com/161333717210034/photos/pb.161333717210034.-2207520000.1447610649./375346282475442/?type=3&theater

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