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Veröffentlicht am 24.11.2015 von nemesis

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Interview Praying Mantis

Praying Mantis – Über Sängerwechsel, Nowhere To Hide und hohe Pläne

Wolle ma se reinlasse?

Wie auch erst kürzlich mit Legacy stießen Praying Mantis, eine der Vorreiter des New Wave of British Heavy Metal mehr als überraschen mit dem Album Nowhere To Hide heftig in die Puschen.
Nachdem Gary Barden die Band damals verlassen hatte, gab es mittlerweile einen niegelnagelneuen Sangesbarden an der Seite von Ex-Iron Maiden Dennis Stratton (git.) und Co.

Die Gründe, die Dennis hier anführte, waren durchaus einleuchtend…. abgesehen davon, dass man auch einen Mann am Mikro haben wollte, der auch in den höheren Gesangspassagen flexibler „einsetzbar“ ist.

„Sieht man mal von den Sänger ab, gab es bei Praying Mantis nicht gerade das berühmte Besetzungskarussell.“ Naja, also liest man sich die Liste der ehemaligen Members der Band heute so durch und auch damals schon, war das doch ein… nennen wir es mal kunterbunter und etwas größerer Haufen.

Die berühmte New Wave

„Wir wollten immer einen Vokalisten fest und auf Dauer in die Band integrieren, aber einige davon haben es im Live-Bereich dann einfach nicht geschafft, ihre Leistung zu bringen. Wieder andere wollten sich schlicht und einfach durch Praying Mantis einen eigenen Namen machen.“ Den Namen haben Mantis, wie Dennis die Band der Einfachheit halber selbst nennt, aber nun mal in erster Linie in Verbindung mit der NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal).

Und trotzdem wäre es fehl am Platze, das melodische Material der Combo als Metal abzustempeln. „Meiner Meinung nach waren Praying Mantis noch nie eine Metal-Band. Auch nicht zu der Zeit als ich noch nicht bei den Jungs dabei war. Ich sehe die Songs und den Stil eher im Melodic Rock/ Heavy Rock. Sogar in den `80ern war der Sound stets sehr melodie-betont und diese Entwicklung hat sich seit Beginn der `90er weiter vollzogen. Selbst in der Zeit, als die Band mit Iron Maiden auf Tour war, standen Praying Mantis eher für Melodic Rock.

Das hat sich auch nicht geändert als ich dann zur Band stieß. Überhaupt finde ich nicht, dass sich die Band jemals großartig verändert hat, wir werden einfach besser.

Der Sinn dahinter

Wie man an den Reaktionen zu Nowhere To Hide Scheibe sieht, scheinen dass auch andere s gesehen zu haben, denn das Feedback war durch die Band weg gut.“ Eigentlich eine gute Stelle, um mal zu erfahren, als was den die NWOBHM eigentlich angesehen wird: War der ursprüngliche Gedanke, damit einfach britischen Bands ein Gesicht zu verpassen oder wird diese Bezeichnung mittlerweile doch auch von so manchen als Stilart des Heavy Metal angesehen? Geht man Beispielen der NWOBHM wie Iron Maiden und Co. aus, gibt es nicht wenige Nachwuchs-Metalfans, die bei daraus Schlüsse auf den Stil anderer Bands aus dieser Ära ziehen.

„Wenn du mich fragst: In den `80er Jahren kamen einige britische Bands mit Hilfe diverser Magazine aus dem Quark und wurden ein wenig bekannter. Viele dieser Mags gibt es mittlerweile nicht mehr, ebenso wie auch nur die besten bzw. beständigsten Bands den Test der Zeit überstanden haben. Ich denke, man kann den Begriff NWOBHM also eher als eine Beschreibung der damaligen Entwicklung der britischen Rock- und Heavy-Szene sehen, denn als eine bestimmte Art von Sound“, erklärt Dennis.

Gerade mit Band aus dieser Zeit wird trotz manchmal heftiger Kritik nach wie vor ein ziemlicher Run in Sachen Re-Unions betrieben.

Der Zauber von Re-Unions

Woran es liegen mag, dass die Fans auf derartige Geschäftemacherei immer noch einsteigen, ist wohl ein kleines Rätsel. Man wird dieses Faktum wohl auch in den nächsten Monaten noch diskutieren, debattieren, welche Bands denn nun Berufsverbot bekommen sollten, welche Re-Unions sich gelohnt haben,…was unterm Strich dabei herauskommen wird, weiß der Henker.

„Re-Unions können in völlig verschiedene Richtungen gehen. Wenn sich zum Beispiel Deep Purple wieder zusammentun, findet dass jeder großartig. Und die musikalischen Ergebnisse sprechen auch für sich. Manche anderen Bands gehen nach Jahren der Kontaktlosigkeit untereinander wieder zusammen… des Geldes wegen.

Manche gewinne ich auch den Eindruck, dass die Intention, sich wieder zusammenzuraufen und gemeinsam neue Mucke zu machen, von den Ländern abhängt, in denen eine Band angesagt ist. Wir sind zum Beispiel zehn Jahre lang durch Japan getourt. Auch wir hatten eine Pause dazwischen. Aber die Leute hatten die dumme Idee, Praying Mantis wieder im Original-Line-up auf die Bühne zu stellen. Das entwickelte sich zu einer Katastrophe. Lass` es mich mal auf den Punkt bringen: Führe keine Band wieder zusammen, wenn es aus einem anderen Grund geschieht als zum Besten der Band.“ Diese Einstellung sollten sich manche wohl auf die Flagge schreiben.

Denn eigentlich könnte man auch sagen, dass eine Re-Union, mit der eine Combo in erster Linie Geld verdienen will, auch eine ehrliche Re-Union sein kann. Zumindest wenn an der Musik auch ehrlich gearbeitet ist. Bei ‚normalen‘ Jobs wird man ja auch nicht verpönt, wenn man zugibt, diese Arbeit zu machen, um leben zu können.

Wenn die Technik …

„Also, ich weiß nicht, ob die Ladies an der Kasse im nächsten Supermarkt diesen Job aus purem Idealismus und Überzeugung machen. Masochismus wäre wohl in manchen Fällen eher an Argument, dass man akzeptieren könnte.“ Eher etwas sadistisch angehaucht war die Situation für die Gottesanbeterinnen mit einigen Songs. Die wurden von der werten Technologie einfach verschluckt. „Tja, der Rechner hat einige Informationen und Daten gefressen. Dadurch sind einige verloren gegangen. Es hat ziemlich viel Zeit gekostet, bis das wieder ausgebügelt war.

Die heutige Technik ist eine super Sache… bis was schief läuft.“ Was hoffentlich nicht schief läuft, wäre eine Tour für Praying Mantis. Denn Dennis` Eindrücke von Wacken und seine Meinung über die deutschen Fans lassen doch Begeisterung aufkommen. „Außerhalb von Japan war Wacken die erste Gelegenheit, live mit der Band zu spielen, seit ich dabei bin.

Echte Musik gewinnt immer

Es hat mir gezeigt, dass es keine Rolle spielt, zu welcher Tageszeit oder an welchem Tag man spielt. Hauptsache man kann das tun, was man tut. Wahre Musik gewinnt einfach. Hey Leute, lasst uns nächstes Jahr auf der großen Bühne spielen, und lasst die Leute sehen, was wir können.
Ich liebe es einfach, zu spielen. Nach jedem neuen Album sind wir durch Japan getourt, aber wir hoffen, dieses Mal auch in Europa ab zu rocken. Wir sind ja auch bei einem deutschen Label, und mit dessen Hilfe und der von den Fans, klappt es hoffentlich. Von dem Zeitpunkt als ich mit Status Qu getourt bin über die Zeit mit Iron Maiden bis heute, denke ich immer noch, dass Europa das größte Rockpublikum hat (na, ob er da mal recht hat? Anm. d.Red.), und wenn wir die Möglichkeit erhalten, spielen wir so oft und lange dort, wie man uns ertragen kann.“ Das ist doch mal ein Versprechen.

photocredit: By liftarn (originally posted to Flickr as Praying Mantis) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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