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Veröffentlicht am 15.02.2016 von nemesis

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Interview So I Sin Teil 1

So I Sin im Talk

So I Sin werden manchen vielleicht noch gar nichts sagen, als aufmerksamer Metal-Freak sollte man allerdings mal schleunigst daran gehen, das zu ändern. Der Sound des Dreiergespanns hat es absolut in sich und verspricht eine ganze Menge. Aber nicht zu hoch greifen. So gibt es So I Sin an sich schon ein paar Jahrem, aber richtig losgehen… aber lest selbst.

Zu diesem Interview haben sich gleich alle drei Members der Band daran gemacht, mit von der Partie zu sein. So, let´s go…

Red: „ Via Netz findet man nicht so mega viele Infos zu So I Sin, auch wenn es heißt, die Band existiert seit 2005. Wie fing das Ganze denn mit der Band an und wie hat es musikalisch in diese Richtung entwickelt?“

Mal zum Grundsätzlichen

Heinz: „Ja stimmt, die Website ist tatsächlich seit 2010 „verwaist“. Mit der neuen EP, die wir im Frühjahr raushauen werden geht auch die neue Website auf der alten Adresse www.soisin.com online und da findet man dann alles was man über die Band wissen sollte.

Als sich die Vorgängerband NV auflöste, suchten ich und die verbliebenen Bandmitglieder einen neuen Schlagzeuger, um eine neue Band zu gründen in der wir einfach das spielen wollten, worauf wir gerade Bock hatten – und das lässt sich am ehesten unter Death/Thrash Metal einordnen. Seitdem haben wir diesen Stil zwar verfeinert, sind uns aber immer treu geblieben. Die musikalische Richtung war für uns von Anfang an klar.“

Die musikalische Richtung war für uns von Anfang an klar

Joshy: „Man muss aber dazusagen, dass wir nicht wirklich Wert darauf legen zu welchem Genre man uns zuordnet. Am liebsten wäre uns Austrian Metal.“

Phillipp: „Genau, solange es nicht Power Metal ist. Ist uns nämlich auch schon passiert, keine Ahnung was der Typ geraucht hatte.“

Red: „Der härtere Metal-Bereich scheint ja allgemein sehr verstärkt nach vorne zu drängen. Klar, waren Metallica auch ganz groß, aber Chart technisch doch dann eher mit den mainstreamigeren Sachen vertreten. Wenn man sich nun die Erfolge von Slayer und Co in jüngster Zeit ansieht, könnte man schon den Eindruck gewinnen. Inwieweit kann man in diesem Heavy-Bereich Einflüsse vermuten oder die „Schuld“ dran suchen, dass ihr euch für die allgemein härtere Gangart entschieden habt? Und wie würdet Ihr Euren Sound beschreiben?“

Der Hang zum „Krach“

Heinz: „Die erste härtere Musik, die ich gehört habe, war Punk, das war Mitte der neunziger Jahre und ich hatte die Initialzündung beim “Schundersong” von Die Ärzte, die damals gerade ihr neues Album “Planet Punk” am Start hatten. Von da an wusste ich, dass ich auch selbst solche Musik auf die Menschen loslassen will, hehe. Durch einen Freund gelangte ich dann von Iron Maiden über Metallica, In Flames, Pantera, Moonspell und Hypocrisy in die härteren Gefilde.“

Joshy: „Interessanterweise sind auch meine Einflüsse im Punk und Oldschool Hardcore zu finden. Zu Metal habe ich erst sehr spät gefunden, genauer gesagt mit der Gründung der Band. Die Jungs legten mir nahe, mich intensiv mit den vorher von Heinz genannten Bands zu beschäftigen. Damit trafen sie komischerweise so ziemlich meinen Geschmack, was ich vorher natürlich noch nicht wusste. Somit würde ich also sagen, dass wir da ganz bestimmt keinem Trend gefolgt sind oder sowas und im Prinzip einfach nur die Musik hörten, die uns gefiel. Man muss dazu sagen, dass zu dieser Zeit – also um 2005 – in Österreich die Metalcoreszene gerade sehr groß im Kommen war. Auf diesen Zug sind wir aber interessanterweise nie aufgesprungen, obwohl mir einige Bands aus diesem Genre gefallen.“

Zu Metal habe ich erst sehr spät gefunden, genauer gesagt mit der Gründung der Band.

Lässig aus der Hüfte beim Jam

Red: „Beim Songwriting selbst: Wo findet ihr eure Inspiration? Es gibt ja durchaus Musiker, die sich in der Zeit des Songwritings zum Beispiel mit gar nichts anderem befassen wollen, solche, die sich das kurioseste Zeug reinziehen… und manche schreiben eben Songs, wenn einfach eine Idee aufblitzt. Wie haltet es ihr damit und wie sieht das Procedere aus, wenn eine Grundidee steht?“

Heinz: „Im Prinzip treffen wir uns einfach bei den regelmäßigen Proben und arbeiten da zusammen an unseren Ideen. Die Texte entstehen übrigens meistens kurz vor den Aufnahmen und drehen sich meist um Themen die mich aktuell gerade beschäftigen oder besser gesagt, selbst zum Nachdenken anregen.“

Joshy: „Wir sind sehr gut eingespielt und aufgrund dessen entstehen viele Songs auch beim jammen.“

Phillipp: „Da ich ja kein Gründungsmitglied bin, musste ich anfangs auch erst zur Band finden. Mittlerweile funktioniert das aber recht gut und ich kann Joshy nur zustimmen.“

Red: „Inwieweit seht Ihr eine Verknüpfung von Musikentwicklung und Weltgeschehen? Damit müssen ja nicht unbedingt gleich die derzeitigen negativen Highlights gemeint sein – aber seid Ihr der Meinung, Musik und Kunst allgemein spiegeln besser als Geschichtsbücher?“

Wie im Radio, so global?

Joshy: „‘Rock me Amadeus‘ hat mir im Geschichtsunterricht schon sehr geholfen (lacht).“

Heinz: „Ich glaube nicht, dass Musik das besser kann als Geschichtsbücher. Sie kann mit Sicherheit Emotionen transportieren (ein Geschichtsbuch sollte ja im besten Fall frei von Emotionen sein und die Themen sachlich und distanziert aufarbeiten), ist aber auch gerade deswegen immer sehr von der persönlichen Sichtweise der Künstler eingefärbt und damit meiner Meinung nach nicht zur objektiven Auseinandersetzung mit zeitgeschichtlichen Themen geeignet. Wenn man aber schon einen Bezug von der aktuellen Musik zum aktuellen Weltgeschehen herstellen möchte, dann spiegelt der Scheiß, der in den Radios Land auf Land ab als „Charts“ abgefeiert wird die Lage ganz gut. Auch da wird einfach nur auf Gewinnmaximierung gesetzt und die Leute lernen nichts von dazu bzw. vergessen alles sehr schnell.“

Da wird einfach nur auf Gewinnmaximierung gesetzt und die Leute lernen nichts von dazu

Joshy: „Diese Meinung vertrete ich auch. Des Weiteren bin ich auch der Meinung, dass Musik eine sehr große Auswirkung auf den Hörer haben kann, wenn man sich darauf einlässt. Somit kann sie also gewisse Ereignisse herbeirufen z.B können sich Subkulturen daraus ergeben – Punks, Hippies, Rocker, Metaller – die zum heutigen Weltbild beitragen.“

Phillipp: „Naja, dass es einen Zusammenhang zwischen Musik und Geschichte ist ja kein Geheimnis – wie bei jeder anderen Kunstform auch. Natürlich hat Heinz da recht, wenn er meint, dass das was dargestellt wird meist eingefärbt ist, aber das verhält sich ja mit so gut wie allen Quellen so. Für die meisten scheint Musik im Moment – bezieht man sich auf das was man so im Radio zu hören bekommt – wohl eher als eine Art Ablenkung zu dienen. Das gab es ja auch schon etliche Male.“

Betonung auf… alt!

Red: „Wo liegen eure Faves? Und was ist es, was euch daran fasziniert?“

Heinz: „Meine Lieblingsbands sind einfach zu viele. Wenn ich ein paar wählen müsste wären das Moonspell, Dimension Zero, alte In Flames und alte Metallica u.s.w – zum Ausspannen kann es aber schon auch mal Johnny Cash, Willie Nelson oder auch Rancid sein.
Generell höre ich einfach Bands bzw. Musik die mich wirklich anspricht – ich beziehe da immer enorm viel Energie aus den Songs. Aktuell höre ich mir zum Beispiel die Aufzeichnung welche DIMMU BORGIR mit dem norwegischen KORK Orchestra ununterbrochen an – “Gateways” von ihrer letzten Scheibe ist mit dem kompletten Orchester wirklich ein extremst geiles Stück Musik!“

Joshy: „Meine absoluten Favs sind drei Bands, die sich extrem voneinander unterscheiden.
Das wären: Die Ärzte, Boysetfire und Iron Maiden. Daran kann man im Endeffekt meinen musikalischen Weg sehr gut und ich bin der Meinung, dass diese Bands mit dieser Musik sehr einzigartig dastehen. Am laufenden halte ich mich über Printmagazine wie das Rock Hard und das Legacy und Online Plattformen.
Im Moment liebe ich aber alles was mit Thrash Metal zu tun hat.“

Phillipp: „Momentan beeindruckt mich das Album “Silver Horizon“ von DIABLO sehr. Das ist einfach ein großartiges Stück Musik und ganz sicher eines der besten Metal Alben der letzten Jahre. Auch sonst bevorzuge ich Bands, die sich irgendwie durch selbstständige Arbeit und Originalität auszeichnen.“

photocredit: https://www.facebook.com/soisin/photos/pb.160389249596.-2207520000.1455522368./10153442469754597/?type=3&theater

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