Interviews

Veröffentlicht am 29.02.2016 von nemesis

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Interview So I Sin Teil 2

Wayne juckt´s?

Red: „Gerade bei Bands, die noch nicht bei Labels untergekommen sind oder einfach noch nicht so weit an die Öffentlichkeit gekommen sind, ab er durchaus das Zeug dazu haben, stellt man auch immer mehr den Hang dazu fest, die Internet-Präsenz auf ein Minimum zu beschränken. Manche haben Youtube-Channels rauf und runter, nutzen jede Plattform, andere (wie Ihr ja auch) sparen sich die Band eigenen Webseite. Meint ihr, der Nutzen des Internet wurde schon recht lange überschätzt und die negativen Punkte unterschätzt und Künstler fangen an, etwas vorsichtiger an das Ganze zu gehen?“

Heinz: „Ich glaube, dass man sich die bandeigene Website eigentlich sparen könnte, weil es die Leute nicht interessiert. Die interessieren meine persönlichen Daten und die der Band einfach nicht. Die Leute wollen jeden Tag irgendeinen Status auf Facebook (am besten irgendwas, was sogar nichts mit der Band per se zu tun hat – ein Katzenvideo oder so einen Dünnschiss wär wahrscheinlich am besten geeignet um “Likes zu generieren), Youtube-Videos (aber nur kurz, denn die Aufmerksamkeitsspanne heutzutage nähert sich immer mehr an die des Goldfischs an), Tweets (siehe Facebook), Instagram und wie die ganzen “Social Media” Plattformen nicht alle heißen… und ich hab keine Lust darauf die ganze Zeit irgendwelchen sinnlosen Scheiß zu posten nur um die Leute bei Laune zu halten. Wenn ich etwas schreibe, dann etwas das auch Sinn ergibt oder eine Neuigkeit zur Band zum Inhalt hat.“

Ich hab keine Lust darauf die ganze Zeit irgendwelchen sinnlosen Scheiß zu posten

Joshy:“ Interessanterweise gilt man fast als nicht mehr existent wenn man zwei Monate lang seinen Status nicht aktualisiert. Das empfinde ich als negative Entwicklung. Hinzu kommt, dass auf Facebook und Co. sehr großes Interesse vorgegaukelt wird, aber zu Konzerten kommt kein Schwein. Und das zeigt, dass die Leute lieber vor ihren Computern sitzen, als raus in die Welt zu gehen um was zu erleben.

In unserer Gesellschaft geht man lieber einen trinken oder kauft sich ein teures Ticket für ein dreitägiges Festival und betrinkt sich dort ohne sich nur eine Band anzuschauen nur um dann Stolz ein Bild vom Festivalbändchen zu posten, anstatt auf Konzerte zu gehen und tolle Bands zu sehen.“

Phillipp: „Natürlich macht Onlinepräsenz schon sehr viel Sinn. Ich meine es macht gleich ganz schön was her, wenn man ein tolles Musikvideo herzuzeigen hat. Dass man sich von “Likes“ allerdings nichts kaufen kann ist auch klar. Was von seiner Musik kaufen zu können bleibt den meisten Metalbands aus Österreich ohnehin verwährt.

Ich meine da gibt es einen Haufen Veranstalter mit denen man als Band ewig herumverhandeln muss, nur damit man einen Teil der Fahrtkosten als Gage bekommt – was soll der Scheiß? Das zerstört doch die Szene. Wie schon so viele Mitglieder von österreichischen Metalbands muss auch ich leider feststellen, dass es egal ist, wie qualitativ hochwertig das ist was du zu bieten hast, denn meistens ist nur interessant wie viele Tickets du verkaufen kannst.“

Natürlich macht Onlinepräsenz schon sehr viel Sinn

Zukunftsmusik

Red: „ Wie ist bei euch der derzeitige Status Quo und was ist angestrebt?“

Heinz: Wir befinden uns in den Vorbereitung zu den Aufnahmen der neuen EP (Name wird noch nicht verraten) welche im Frühjahr auf die Welt losgelassen wird. Zu einem der Song wird es auch ein Video geben, welches im Zuge der Veröffentlichung von der EP ebenfalls publik gemacht wird. Zusätzlich werden wir auch live wieder vermehrt zu sehen sein. So zum Beispiel am 19.03 mit THE SORROW im Explosiv. Wir wollen in Zukunft auf jeden Fall auf mehr qualitativ hochwertige Konzerte spielen und natürlich am liebsten als Support unserer Lieblingsbands durch Europa tingeln.

Wir wollen in Zukunft auf jeden Fall auf mehr qualitativ hochwertige Konzerte

Phillipp: „Wir haben sehr intensiv an uns gearbeitet und wissen, dass wir einiges zu bieten haben. Ich freue mich einfach nach den Aufnahmen wieder auf die Bühne zu gehen und das herzuzeigen, was wir gerade im Studio aufnehmen.“

Red: „Wo seht ihr als Metalheads aus Österreich eure besten Chancen für die Zukunft? Viele Künstler aus Österreich vertreten ja die Meinung, für manche Musik-Genres ist es unerlässlich, im internationalem Rahmen zu denken.“

Harte Worte

Joshy: „Wir hatten ja schon einige Auftritte in Deutschland, Ungarn und Slowenien und die haben sich auf jeden Fall für uns gelohnt. Somit kann man auch sagen, dass es angestrebt ist auch international tätig zu sein.“

Somit kann man auch sagen, dass es angestrebt ist auch international tätig zu sein

Heinz: „Wir alle machen die Musik ja nicht weil wir Erfolgs- oder Geld geil sind oder unbedingt einen Plattendeal haben wollen (der heutzutage kaum etwas bringt, da die Leute Musik ja sowieso nur noch in den seltensten Fällen wirklich kaufen), sondern weil wir die Musik lieben und geile Konzerte geben wollen. Insofern sehen wir die besten Chancen für unsere Zukunft auf der Bühne.

Ich glaube auch, dass es als Metalband aus Österreich unerlässlich ist international zu denken und zu handeln, da man in der heuchlerischen österreichischen Musikbranche nur dann wirklich wahrgenommen wird, wenn man gewissen Leuten in den Arsch kriecht und Airplays von den Radios des österreichischen Rundfunks kauft bzw. sich selbst an diese verkauft.“

Das alles… und noch viel mehr…

Red: „Was bedeutet euch Musik?“

Heinz: „Ohne Musik geht einfach gar nichts, egal in welcher Form auch immer. Ich brauche das einfach wie die Luft zum Atmen. Wobei ich am liebsten Musik selber mache bzw. selbst schaffe – da kann ich dann wirklich auch mal abschalten und einfach nur die Sau rauslassen, hehe:“

Joshy: „Alles und noch viel mehr.“

Red: „Wo gehört der Metal eurer Meinung nach hin: In den Underground oder mehr an nach „oben“? Oder beides?….“

Heinz: „Weder noch – Ist der Metal im Underground schimpfen alle darüber, dass er unterbewertet ist und „nach oben“ gehört. Ist er dann „oben“ schimpfen alle darüber, dass er zu mainstream ist und die Band sich „verkauft“. Für mich persönlich allerdings ist der Metal seit fast zwanzig Jahren (ich bin wirklich schon ein alter Sack!) “oben” – in meinen ganz persönlichen Charts.“

Joshy: „Ich finde den Stellenwert, den der Metal gerade hat, sehr gut, das einzige was keinen Platz haben sollte sind künstlich generierte Retorten-Bands.“

Hier ein kleiner Auszug der Lieblingsalben der Band. Die Reihenfolge hat nichts mit der tatsächlichen zu tun und das waren halt bei jedem die ersten fünf die ihm eingefallen sind.

Heinz:

Pantera – 101% live proof
Dimension Zero – He Who Shall Not Bleed
Metallica– Ride The Lightening
In Flames – Colony
Moonspell – NIGHT ETERNAL

Und viele viele weitere

Joshy:

Iron Maiden – Rock in Rio
Boysetfire – After The Eucology
Kreator – Phantom Antichrist
Devil Driver – Pray For Villains
Children Of Bodom – Hatecrew Deathroll

Phillipp:

Diablo – Silver Horizon
At The Gates – At War With Reality
Decapitated – Carnival Is Forever
Ensclaved – Riitiir
The Haunted – rEVOLVEr

 

photocredit: https://www.facebook.com/soisin/photos/pb.160389249596.-2207520000.1455522372./10152090421659597/?type=3&theater

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