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Veröffentlicht am 01.09.2015 von nemesis

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Dawn Of Destiny – To Hell

Konzeptalbum erster Güte

Mal abgesehen, dass Konzeptalben einfach klasse sind, sind sie auch eine echte Herausforderung, der, wie man am Ende dann sehen bzw hören kann, nicht alle Künstler gewachsen sind. Es gilt ja nicht nur, eine komplexe Geschichte oder einen roten Faden durchzuziehen, das Ganze muss ja auch musikalisch umgesetzt und stimmig sein. Die Melodic Power Metaller aus dem Pott haben dies genial geschafft, soviel sei schon einmal verraten. „To Hell“ stellt die Story eines frisch verheirateten Paares dar, die auf ihrer Hochzeitsreise sozusagen eine Begegnung der dritten Art haben und ganz gewaltig und gespenstisch anmutend mit der Vergangenheit der Braut konfrontiert und vor allerlei Rätsel gestellt werden.

Tolle Vocals

Als Gastmusiker sind u.a. Zak Stevens (Savatage, Circle II Circle) und Björn Strid (Soilwork) zu hören. Wenn wir schon bei den Vocals sind: Sängerin Jeanette Scherff bietet eine tolle, kraftvolle Palette, manchen leicht rau, nicht zu überwuchernd aber doch voluminös. Es passt zum dynamisch, kraftstrotzenden Stil der Band wie die Faust aufs Auge. Auch der Spektrum ihrer Intonation und Charismas zeigt sich intensiv und erinnert mich ein wenig an Kate French (u.a. Chastain), die allerdings um einiges rauer rüberkommt. Es gibt da eben so eine Art an Metal-Sängerinnen, die eine eigene Art von Power haben, Lee Aaron etwa auch. Nennt man das frauliche Widerspenstigkeit?

Starke Keyboards und Arrangements

Nicht nur die Vocals an sich glänzen hier, auch sofort in die Gehörgänge stechen die Songstrukturen und Arrangements, die gern auch psychopatischen Einsprengseln am Rande aufwarten. Die Dynamik der treibenden Songs wird durch so manche Breaks natürlich noch verstärkt, hier bleibt kein Song blass. Dieses Album steht jedem Fan symphonischer Metal-Klänge gut zu Gesicht, also schon mal bereit machen für den 02. Oktober. An diesem Tag wird dieses Juwel erhältlich sein. Ein absoluter halb-balladesker Ohrwurm: „Hateful Hearts“, klasse gestrickt, und wer da nicht hin und wieder an Savatage oder Symphony X denkt bezüglich der Harmonieführung und instrumentellen Abstimmung, dann weiß ich auch nicht.

Erstklassiges Scheibchen

So eingängig das Material auch ist, erhaben und dicht gewebt halten sich Dawn Of Destiny doch weit entfernt von Bands wie Hammerfall, deren Balladen einen ab und an in den Sinn kommen. Die Hooks wie auch die Gesamtstruktur legen schlicht eine andere Ernsthaftigkeit und Überzeugungskraft an den Tag. Es tut mir wirklich leid, aber selbst wenn ich nun Reinhör-Tipps geben würde: Wer auf diesen Metal-Sound steht, bleibt sowieso hängen, das geht gar nicht anders. Man kann sich von Track zu Track „arbeiten“ und hofft zugleich, dass das Album so schnell kein Ende nimmt. Dawn Of Destiny haben sich gut inspirieren lassen, kann man nur sagen: Technisch absolut versiert, authentisch, nicht einseitig unterwegs oder immer wieder in gleiche Schemata zurückfallend. Ein wunderschönes Album mit viel Kraft und Intensität. Bombig.

Tracklist

  1. Hide Our Sorrow
  2. Fire
  3. From Paradise
  4. To Hell
  5. Scream
  6. Hateful Hearts
  7. Burn In The Fire
  8. Only The Ocean Knows
  9. Light In The Night
  10. Destroy My World
  11. Belief
  12. Life
  13. Forgive

photocredit: http://www.dawnofdestiny.de/08/08_gallery_video-to-hell.html

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