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Veröffentlicht am 10.09.2015 von nemesis

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Sabaton – Heroes

Dass Sabaton ganz klar, sieht einmal von den Urgrößen wie Running Wild, W.A.S.P., Helloween, Priest und wie sie alle heißen ab, die Szene derzeit absolut dominieren, ist ja wohl kein Geheimnis. Einziger Wermutstropfen, den ich mir mal von der Seele schreiben muss. Mich freut´s ja für jeden, der Erfolg hat, auch für Plattenfirmen. Manche finden dann aber ihre Nase nimmer und vergessen, wie sie angefangen haben. Keine Anmerkung aus persönlichen Gründen, aber manchmal möchte man echt meinen, umsonst heißt das Ganze nicht auch Business.

Die Kunst von Sabaton versaut es nicht, alles wie gehabt. Nein, nicht langweilig und abgenudelt, aber das Sabaton´sche Rezept, Metal zu zelebrieren, geht erneut absolut auf und die Leidenschaft merkt man auch an Songs wie „No Bullets Fly“ deutlich und auch bei der Performance in Wacken. Außer die Jungs sind heiße Anwärter auf den Oscar.

Blödsinn beseite, Sabaton steigen bei diesem Album gleich richtig gut ein, lassen den Fans aber auch kleine Momente zum Durchatmen, während sich die Songs von Neuem aufbauen und steigern, auch mal ein wenig in epische Bridges abdriften, um dann noch eins draufzusetzen. „Smoking Snakes“ wütet gleich von Beginn an mit majestätischer Melodieführung und Inszenierung – ausufernde, weitschweifende Vocals, ein massiver Soundteppich – die Tracks der Metaller verfehlen ihre Wirkung nicht. Dagegen wirkt „Inmate 4859“ etwas schwermütig und geheimnisvoll, „To Hell And Back“ hat auf jeden Fall Pfiff, nicht nur wegen des Anfangs, allerdings wirkt die erhabene Songführung hier etwas müde.

Doch selbst in balladesken Momenten dröhnen die Vocals dominant und charismatisch, dass es eine wahre Pracht ist und bilden einen heimeligen Gegensatz zur zarten Songführung, so bei „The Ballad Of Bull“ etwa. Als einen der Höhepunkte dieses Albums sollte man sich auf jeden Fall „Soldier Of 3 Armies“ anstreichen (natürlich nicht wirklich), ein zugleich dynamischer wie epischer Song, der immer wieder mit fließenden Steigerungen aufwartet und zugleich Tiefgang mit sich bringt.

Insgesamt wirken Sabaton auf diesem Album weniger aufbrausend, nach wie vor kraftvoll, keine Frage, doch auch noch ein Quäntchen durchdachter in der Songführung und hinsichtlich der Tempi abwechslungsreicher. Was sich allerdings wiederholt, sind die majestätisch-heroischen Anfangsklänge der Songs, das müsste echt nicht immer sein, dieser Wiederholungseffekt ist unnötig, da man danach automatisch bei dieser Band eine weitere Steigerung erwartet. Die nun mal nicht eben immer kommt, weil das ganze Pulver schon am Anfang verschossen und dem Hörer der Mund wässrig gemacht wird. Nichtsdestotrotz ist es absolut tolles Album und wird dem Begriff des unbeugsamen Heavy Metal definitiv gerecht.

Tracklist

  1. Night Witches
  2. No Bullets Fly
  3. Smoking Snakes
  4. Inmate 4859
  5. To Hell And Back
  6. The Ballad Of Bull
  7. Resist And Bite
  8. Soldier Of 3 Armies
  9. Far From The Fame
  10. Hearts Of Iron

photocredit: By York Klinkhart (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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