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Veröffentlicht am 26.09.2015 von nemesis

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Rivers Of Nihil – „Monarchy“

Anspruchsvoller Death Metal mit einem Schuss Progressive

Irgendwie geht das Album vorbei wie im Flug – und dabei ist es doch so faszinierend. Die Death Metaller Rivers Of Nihil beweisen einmal mehr ihre technische Hochkarätigkeit und legen die spielerische Messlatte verdammt hoch. Natürlich dominieren die typischen Markenzeichen, düsterer Sound, wuchtige Atmosphäre, mächtig Druck und sattes Midtempo zu meist. Schwer und tiefgrründig gehen die Musiker hier zur Sache und legen eine Klasse an den Tag, die ihresgleichen sucht. Insbesondere die Sechssaiter beweisen immer wieder, wie gut filigrane Soli in diese Art des Metal passen und dabei auch nicht unbedingt jazzige oder auch bluesige Anleihen scheuen müssen.

Vereinnahmend

Allein der trockene und erdrückende Spannungsbogen beim Opener „Heirless“ sorgt für eine ganz eigene Stimmung und lenkt die volle Aufmerksamkeit des Hörers auf die Scheibe. Hingabe zum Detail findet man zuhauf, mit kleinen Breaks mal so nebenbei, akustischen Einfädelungen, Rhythmuswechsel und sich aus einem anderen Verlauf herausspielenden Tempo-Attacken gehören schlichtweg zum guten Ton und verschaffen den Songs eine ganze Menge Tiefe. Selbst, wenn die Drums und der Bass im Hintergrund ackern wie die Verrückten, bleiben die Sechssaiter erhaben, beschränken sich dabei nicht nur auf satte Riffs, sondern viel Detailarbeit.

Stimmungsstark

Auch die mächtigen Vocals setzen mehr Akzente als den Sound zu dominieren. Kraftvoll und im Team arbeiten sich Rivers Of Nihil durch das Album, glänzen immer wieder mit verspielten Momenten und abwechslungsreichen, mal kniffligen, mal widerspenstigen Melodien. Ein wenig desert-mäßig wirkt „Sand Baptism“ – die Gitarren verloren und sehnsuchtsvoll, die Rhythmusarbeit als aufgewühlte Untermalung. Der Gesang scheint auch hier erneut über der eher drückenden Stimmung zu stehen – akzeptierend, kämpferisch. Einer meiner persönlichen Faves auf diesem Silberling. „Dehydrate“ baut zu Beginn auf zarte Akustikgitarren ehe das Drum- & Bass-gewitter gnadenlos einsetzt und sich im Background bedrohlich etwas zusammen braut.

Intelligentes Songwriting

Rivers Of Nihil gehen auch hier wieder in die Vollen und legen eine beeindruckende Mischung aus vertracktem Songwriting, intelligenter Songführung und runder Ausstrahlung an den Tag, die der Intensität der Songs absolut gerecht wird. Keine Beweihräucherungen hier oder da, nichts wird dauerhaft in den Vordergrund gedrängt, die Instrumentenlines und Vocals spielen sich die Bälle gegenseitig zu. Der Titeltrack wird seinem Namen gerecht – sphärische Gestaltung mit Fusion-Elementen bei den Gitarren, leisen Breaks und einem wabernden Soundteppich darunter: Warum, trocken, spröde und dennoch sehr dicht. Dass der Gesang sich eher immer im gleichen Level bewegt, tut der ganzen Sache keinen Abbruch, vielmehr passt sich dies den Strukturen und Spannungsbögen wunderbar an.

Death Metal abgehoben

Hier kommt wirklich jedes Fitzelchen zur Geltung. Die längsten Tracks haben sich Death Metaller gar für das Ende des Albums aufgehoben und spielen hier ihre strukturelle und handwerkliche Bandbreite noch einmal vollends aus. „Terrestria II“ wirkt an der Soundoberfläche eher ruhig, gemäßigt, mit vertrackten und verspielten Nuancen versehen, die in klasse Soli, die auch jeder Progressive-Band gut zu Gesicht stehen würden, münden. Ein absolut starkes Instrumental. „Circles In The Skoy“ entpuppt sich verhaltenem Beginn als komplexer und komliziert gestrickter Nackenbrecher, während „Suntold“ eine spannungstechnische Achterbahn ist, die von sphärischen „Losgelöst-Momenten“ über erhabene Melodieführung bis zu brachialen Staccato-Inszenierungen so ziemlich alles bietet und viel Emotionen parat hält.

Tracklist

  1. Heirless
  2. Perpetual Growth
  3. Reign Of Dreams
  4. Sand Baptism
  5. Ancestral
  6. Dehydrate
  7. Monarchy
  8. Terrestria II
  9. Circles In The Skoy
  10. Suntold

photocredit: https://www.facebook.com/riversofnihil/photos

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